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5 Key Takeaways der The smarter E Europe 2026
Allgemein
13.7.2026

5 Key Takeaways der The smarter E Europe 2026

Lesedauer:
4 Min.

Die „The smarter E Europe 2026“ hat erneut gezeigt, wie dynamisch sich die Energiewirtschaft entwickelt. Mit der Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe vereint sie vier zentrale Fachmessen der Branche unter einem Dach. Während in den vergangenen Jahren vor allem die Marktentwicklung von Batteriespeichern und die wirtschaftliche Machbarkeit im Fokus standen, wurde in München deutlich: Der Markt ist in eine neue Phase eingetreten.

Die Diskussionen drehen sich zunehmend um Skalierung, Netzintegration, Versorgungssicherheit und die industrielle Umsetzung großer Speicherprojekte. Nach drei intensiven Messetagen mit zahlreichen Gesprächen mit Projektpartnern, Technologieanbietern und Investoren haben wir fünf zentrale Entwicklungen identifiziert, die die Branche aktuell bewegen.

1. Batteriespeicher werden größer – und rücken näher an die Übertragungsnetze

Ein Thema zog sich durch nahezu alle Gespräche: der Trend zu immer größeren Batteriespeicherprojekten. Während vor wenigen Jahren Projekte im zweistelligen Megawattbereich als groß galten, stehen heute zunehmend Anlagen mit Leistungen von 200 MW und mehr im Fokus.

Besonders häufig wurde über Speicherprojekte an 380-kV-Netzknoten diskutiert. Die Branche richtet ihren Blick verstärkt auf Standorte mit hoher Netzrelevanz, an denen Batteriespeicher künftig eine wichtige Rolle für Netzstabilität, Flexibilität und die Integration erneuerbarer Energien übernehmen können.

Parallel dazu verändert sich die Auslegung der Systeme. Während in der Vergangenheit vor allem zweistündige Speicher dominierten, werden inzwischen deutlich häufiger Projekte mit drei- oder vierstündiger Speicherdauer entwickelt und diskutiert.

Unser Eindruck: Die Branche denkt zunehmend in größeren Dimensionen – sowohl hinsichtlich der Leistungsgröße als auch der Einsatzmöglichkeiten von Batteriespeichern im Energiesystem.

2. Der Technologiewettbewerb nimmt Fahrt auf

Die Vielfalt der Technologieanbieter auf der Messe war größer denn je. Neben den etablierten Herstellern präsentierten sich zahlreiche neue Speicherlieferanten, die den Eintritt in den europäischen Markt vorbereiten oder ihre Aktivitäten ausbauen wollen.

Überraschend sichtbar war die Dynamik  bei Natrium-Ionen-Batterien. Während diese Technologie in den vergangenen Jahren vor allem als Zukunftsoption diskutiert wurde, bereiten einige Marktteilnehmer inzwischen  den Markteintritt dieser Technologie und deren kommerzielle Skalierung vor. Auch wenn Lithium-Ionen-Batterien aktuell weiterhin den Markt dominieren, wird die zukünftige Entwicklung des Lithiumcarbonat-Preises sowie Skalierungs- und Drop-in Effekte der Natrium-Ionen Batterieproduktion für deren mittelfristige Adaption im Markt entscheidend sein.

Gleichzeitig steigt die Energiedichte der Systeme weiter an. Auffällig war außerdem der Trend zu integrierten AC-Speichercontainern, bei denen Batteriespeicher und Wechselrichter in einem System zusammengeführt werden. Dies verspricht einfachere Installationen, höhere Systemverfügbarkeit und effiziente Wartung.

Unser Eindruck: Das Angebot von Speichertechnologien wächst weiterhin schnell, eine Konsolidierung der Anbieter ist derzeit noch nicht erkennbar. Stattdessen sorgen neue Technologien und Anbieter für zusätzlichen Wettbewerb und Innovationsdruck.

3. Netzstabilität wird zum zentralen Technologiethema

Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien, oft wechselrichterbasierten, Anlagen rücken netzstützende Funktionen von Batteriespeichern immer stärker in den Mittelpunkt.

Besonders häufig wurde über sogenannte Grid-Forming Capabilities  gesprochen. Auffällig dabei: Was vor wenigen Jahren noch als Differenzierungsmerkmal einzelner Anbieter galt, wird inzwischen von nahezu allen relevanten Herstellern als Standardfunktion dargestellt.

Die Diskussion verschiebt sich daher zunehmend von der Frage, ob ein System netzbildende Eigenschaften bereitstellen kann, hin zur Frage, wie diese Funktionen künftig marktlich erbracht werden können, und inwieweit sie in den Regelbetrieb integriert werden. Die effiziente Einbindung von Batteriespeichern ist hierbei ein wichtiger Schritt das Energiesystem der Zukunft unabhängiger von technischen Kraftwerken zu machen und gleichzeitig die Bezahlbarkeit zu gewährleisten.

Unser Eindruck: Die Bereitstellung von Systemdienstleistungen insbesondere zur Frequenzstabilisierung durch Batteriespeicher ist etabliert. Neu ist die wachsende Bedeutung von Grid-Forming-Fähigkeiten. Während die meisten Anlagen bisher dem Netzspannung und -frequenz gefolgt sind (Grid Following), wird künftig zunehmend erwartet, dass Speicher technisch in der Lage sind, aktiv zur Netzbildung und Netzstabilität beizutragen. Damit gewinnen netzbildende Eigenschaften bei der Technologieauswahl und Projektplanung deutlich an Bedeutung und ermöglichen auch neue Erlösströme im Einsatz von Batteriespeichern.

4. Regulatorik bleibt der entscheidende Faktor für die nächste Ausbaustufe

Ob auf Panels, an Messeständen oder in Gesprächen mit Investoren und Projektentwicklern – regulatorische Rahmenbedingungen gehörten erneut zu den meistdiskutierten Themen der Messe. Während die Rolle von Batteriespeichern in einem künftigen Energiesystem von allen Akteuren erkannt wird, richtet sich der Fokus zunehmend auf die Frage, wie sich der Einsatz von Flexibilitäten effizient in den Netz- und Systembetrieb eingliedern lässt.

Insbesondere die regulatorischen und netzseitigen Rahmenbedingungen zum erfolgreichen Abschluss von Investitionsentscheidung wurden intensiv diskutiert. Für Projektentwickler und Investoren ist entscheidend, ausreichend Sicherheiten zu haben, um Komponenten zu bestellen und damit die Projekte rechtzeitig umzusetzen.

Hier beobachten wir zwei gegenläufige Trends: Zum einen sehen viele Marktteilnehmer positive Signale in den jüngsten regulatorischen Entwicklungen in Deutschland. Die AgNes-Novelle wird branchenweit als wichtiger Schritt bewertet, um den Ausbau von Flexibilitäten über 2029 hinaus zu fördern. Der Vertrauensschutz für solche Projekte, die noch vor August 2029 in Betrieb genommen werden sollen, setzt die Akteure allerdings unter Zeitdruck, schnell die finale Investitionsentscheidungen zu treffen, und auch die Komponenten einzukaufen. Entsprechend groß ist derzeit die Nachfrage nach kritischen Infrastrukturkomponenten wie Hochspannungstransformatoren und Umspannwerkskapazitäten.

Zum anderen zeigen Diskussionen rund um die Flexible Connection Agreements (FCAs), dass die Integration von Speichern in den sicheren Netzbetrieb noch viele Fragen bei allen Akteuren aufwirft. Solche unklaren Rahmenbedingungen haben direkten Einfluss auf Erlösprognosen und Investitionsentscheidungen. Für Investoren und Projektentwickler bleibt deshalb entscheidend, dass die vertraglich festgelegten Regelungen auch künftig belastbar bleiben.  

Unser Eindruck: Die Diskussionen auf der The smarter E haben gezeigt, dass die Speicherbranche bereit ist, mit den durch die Bundesnetzagentur im NEP angedachten Ausbaupfaden Schritt zu halten. Je nach Szenario für das Zieljahr 2037 variieren die prognostizierten Leistungskorridore zwischen 41 GW und 94 GW. Entscheidend wird nun sein, ausreichend Planungssicherheit für Investitionen zu schaffen und die regulatorischen und netzwirtschaftlichen Rahmenbedingungen so auszugestalten, dass der Ausbau von Batteriespeichern nicht ausgebremst wird.

5. Sicherheit und Resilienz werden zu zentralen Differenzierungsmerkmalen

Mit der zunehmenden Größe und Systemrelevanz von Batteriespeichern steigen auch die Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit der Anlagen. Entsprechend standen Themen wie Fire Safety und Cyber Security bei vielen Gesprächen im Mittelpunkt.

Insbesondere bei Wechselrichtern und Kommunikationsschnittstellen gewinnt Cyber Security an Bedeutung. Betreiber, Investoren und Behörden legen zunehmend Wert auf IT-Sicherheit, Datensouveränität und den Schutz kritischer Infrastruktur. Parallel dazu bleibt Brandschutz eines der wichtigsten Themen im Batteriespeichermarkt. Mit steigenden Projektgrößen rücken Sicherheitskonzepte, technische Standards und Genehmigungsanforderungen stärker in den Fokus.

Gleichzeitig war auf der Messe zu beobachten, dass internationale Hersteller ihre europäischen Aktivitäten weiter ausbauen. Vor allem chinesische Anbieter beschäftigen sich zunehmend mit europäischen Fertigungs- und Lieferketten sowie lokalen Produktionsstandorten für Komponenten wie Wechselrichter. Dahinter stehen nicht nur regulatorische Anforderungen, sondern auch der Wunsch nach resilienteren Lieferketten und einer stärkeren lokalen Wertschöpfung.

Unser Eindruck: Der Wettbewerb unter den Batteriespeicher-Lieferanten wird künftig nicht allein über Preise und Leistungsdaten entschieden. Sicherheit, Resilienz und vertrauenswürdige Lieferketten entwickeln sich zunehmend zu entscheidenden Faktoren bei Technologie- und Investitionsentscheidungen.

Was bedeutet das für Kyon Energy?

Die Gespräche auf der The smarter E Europe 2026 bestätigen zentrale Entwicklungen, die wir bereits heute in unserem Arbeitsalltag beobachten:

• Speicherprojekte werden größer und systemrelevanter.

• Technologische Innovation bleibt hoch, gleichzeitig steigt die Bedeutung von Sicherheit und Qualität.

• Batteriespeicher entwickeln sich zunehmend zur zentralen Flexibilitäts- und Stabilitätskomponente eines erneuerbaren Energiesystems.

• Die effiziente Integration in den Netz- und Systembetrieb ist der entscheidende Faktor für die nächste Ausbaustufe des Speichermarktes.

• Deutschland bleibt einer der attraktivsten und dynamischsten Speichermärkte Europas.

Die The smarter E Europe 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, dass Batteriespeicher längst zu einem zentralen Baustein der Energiewende geworden sind. Die technologischen Grundlagen sind vorhanden, die Investitionsbereitschaft ist hoch und die Projektgrößen wachsen weiter. Nun liegt es vor allem an den regulatorischen Rahmenbedingungen, den weiteren Ausbau zu ermöglichen und die Rolle von Batteriespeichern im zukünftigen Energiesystem konsequent zu stärken. Für Kyon Energy eröffnet diese Entwicklung erhebliche Chancen, die Transformation des deutschen Energiesystems aktiv mitzugestalten.

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